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Gig Economy – der Trend zum Zweit- und Drittjob

Gig Economy – der Trend zum Zweit- und Drittjob

Immer mehr Arbeitnehmer kommen mit ihrem normalen Gehalt nicht mehr aus und müssen sich zusätzliche, oft wechselnde Jobs besorgen.

Der Begriff der Gig Economy wurde in den USA geprägt und bezeichnet einen vergleichsweise neuen Teil des Arbeitsmarktes. Kleine Aufträge, die kurzfristig an eine Vielzahl von unabhängigen Freiberuflern vergeben werden. So wie Musiker von ¬einem bezahlten Auftritt (Gig) zum nächsten hangeln sich beispielsweise Uber-Fahrer oder Deliveroo-Boten von einem Auftrag zum anderen. Von der klassischen Freiberuflichkeit, die in vielen Branchen seit Langem üblich ist, unterscheidet sich die Gig Economy aber dadurch, dass meist eine Onlineplattform als Mittler zwischen Auftraggeber und dem Auftragnehmer steht. Auf Plattformen wie Myhammer oder Taskrabbit werden Handwerks- oder Putztätigkeiten vermittelt. Bei Twago oder Upwork können Firmen einzelne Aufträge oder Projekte an Designer, Übersetzer oder Texter vergeben. Diese kassiert eine Provision und diktiert die Spielregeln. Oft wird deshalb auch von einer „Plattformisierung der Arbeit“ gesprochen. In der Gig Economy spielen langfristige Festanstellungen keine Rolle. Für gesuchte und spezialisierte Fachleute, die global tätig sein können, führe sie zu einer Blütezeit der flexiblen und unabhängigen Arbeit, so die Optimisten.

Auf der anderen Seite befürchten Kritiker die Ausbeutung von Menschen, die auf dem klassischen Arbeitsmarkt keinen Platz (mehr) finden. Wer hat’s erfunden? In den USA wurde der Begriff Anfang 2009 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise geprägt. Für viele, die ihre Anstellung verloren, war eine Kombination aus vielen kleinen Jobs die einzige Alternative. Durch das Aufkommen von Onlineplattformen wie Uber (ebenfalls 2009 gegründet) oder Lyft (2012) in den folgenden Jahren etablierte sich der Begriff. Gleichzeitig stellte sich immer häufiger die Frage, ob die vermittelnden Firmen tatsächlich nur als neutrale Vermittler zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern fungieren. Oder ob sie stattdessen weitergehende Verantwortung haben – sowohl für die Freelancer als auch für die Kunden beziehungsweise Auftraggeber.

Wo stehen wir jetzt? Hie gehen die Prognosen weit auseinander. So spricht eine Studie des McKinsey Global Institutes beispielsweise von 20 Prozent der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, die sich in den USA und Europa inzwischen außerhalb klassischer Angestelltenarbeit bewegten. Die Hälfte davon hauptberuflich. Doch das müssen nicht zwangsläufig Gig Worker sein: Darunter fällt auch der freiberufliche Architekt oder Grafikdesigner, der mit seinem festen Kundenkreis ¬direkt und dauerhaft verhandelt. Den Anteil der tatsächlichen Gig Economy, die auf Onlineplattformen fußt, sehen Experten deutlich geringer. „Empirisch ist die Bedeutung der Gig Economy viel kleiner als die Debatte darüber“, sagt beispielsweise Holger Bonin. Er ist Chefkoordinator für arbeitsmarktpolitische Forschung am privaten Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit und Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Arbeitsmarktpolitik an der Universität Kassel. „Es ist nicht einfach, an präzise Daten zu kommen, aber wir gehen davon aus, dass in den USA die Gig Economy nur 0,5 Prozent der Jobs ausmacht“, sagt Bonin. „In Deutschland sind es noch weniger.“ Die Betreiber der Plattformen betonen, dass sie vor allem neue Nebentätigkeiten ermöglichen. Etwa für den Familienvater, der sich per Uber etwas dazuverdient, ¬indem er im Berufsverkehr einen Fahrgast mitnimmt, oder für den Rentner, der ein leer stehendes Zimmer per Airbnb vermietet. Bonin widerspricht: „Zu einer Marktdurchdringung, wie Uber sie hat, kommt man nicht allein mit Hobbyfahrern.“ Sondern mit klassischen Solo-Selbstständigen. Viele von ihnen seien nicht gut abgesichert und sorgten nicht für die Rente vor. „Aber dieses Problem war schon vorher da, das hat nicht allein mit der Gig Economy zu tun.“

Plattformen, die eine echte Chance für ein Zusatzeinkommen bieten, wenden aktuell entwickelt und können eine echte Alternative sein für alle, bei denen das Einkommen noch Luft nach oben hat. Du möchtet auch lieber smart statt hart arbeiten und Deine Leistung bezahlt bekommen? Dann schau doch mal, ob das Business der Zukunft auch für Dich die Lösung sein kann.

Sandy Kuhls

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Quelle: Text: Christoph Koch, https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2017/offenheit/was-war-noch-mal-die-gig-economy

 

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